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Das Problem
Hohe Kosten fürs Kühlen und Heizen

In vielen Regionen Senegals treffen steigende Temperaturen, hohe Energiekosten und fehlende lokale Wertschöpfung aufeinander. Gebäude sind ungedämmt und dadurch unzureichend gegen Hitze geschützt. Mit zunehmender Urbanisierung und wachsendem Einsatz von Klimaanlagen steigt der Energieverbrauch kontinuierlich. Für Haushalte bedeutet das hohe laufende Kosten, für das Klima steigende CO₂-Emissionen.

Gleichzeitig sind geeignete Dämmmaterialien kaum verfügbar. Importierte synthetische Dämmstoffe sind aufgrund hoher Zölle nicht bezahlbar und für eine flächendeckende Anwendung wirtschaftlich kaum realisierbar.

Hinzu kommen strukturelle wirtschaftliche Herausforderungen in Küstenregionen. Durch globale Konkurrenz und Überfischung hat die traditionelle Fischerei stark an Bedeutung verloren. Viele Menschen im Fischereisektor stehen heute ohne stabile Einkommensquelle da. Es fehlt an nachhaltigen Wirtschaftsmodellen, die ökologische und soziale Herausforderungen zugleich adressieren.

Die Lösung
Nachhaltige Dämmung für Gebäude

InSEAlation entwickelt eine nachhaltige Gebäudedämmung auf Basis von angespültem Seegras. Entlang der senegalesischen Küste fallen große Mengen natürlicher Seegrasfasern an, die bislang ungenutzt bleiben. Wir erschließen dieses Potenzial für den Gebäudesektor und passen Materialaufbereitung, Verarbeitung und Anwendung gezielt an die klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen vor Ort an.

Modellbasierte Berechnungen zeigen, dass in klimatisierten Gebäuden der Kühlbedarf um bis zu 30 Prozent reduziert werden kann. Dies entspricht einer Einsparung von rund 1.440 Euro Energiekosten pro Gebäude sowie einer jährlichen CO₂-Reduktion von etwa 4 bis 5 Tonnen.

Unsere Innovation liegt in der Verbindung von ökologischem Baustoff, lokal verfügbarer Ressource und einem sozial integrierten Produktionsmodell.

Sozialer Impact und Wertschöpfung

Ein zentraler Bestandteil unseres Ansatzes ist die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Küstenregionen. Das angespülte Seegras kann gesammelt, aufbereitet und zu Dämmmaterial verarbeitet werden – Prozesse, die lokal organisiert werden können.

Damit entstehen neue Beschäftigungsmöglichkeiten in Regionen, die besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Unser Modell eröffnet ehemaligen Fischern und weiteren Arbeitskräften neue Einkommensperspektiven im Bereich nachhaltiger Baustoffproduktion und -verarbeitung.

Status Quo und Ausblick

InSEAlation befindet sich in der „Proof-of-Concept“ Phase. Derzeit arbeiten wir an der technischen Validierung des Materials unter lokalen Bedingungen sowie am Aufbau eines belastbaren Partnernetzwerks im Senegal. Parallel bereiten wir ein erstes Pilotprojekt vor, um die Dämmwirkung unter realen Bedingungen zu testen und gemeinsam mit lokalen Bauunternehmen in die praktische Anwendung zu bringen.Langfristig verfolgen wir das Ziel, ein skalierbares Modell für nachhaltige Dämmstoffe in den Küstenregionen Westafrikas zu etablieren.

Das Team

Projektleitung: Mieke Stuchtey